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Angst- oder Panikattacken ?!

Spricht man mit (Psycho-)Therapeuten, oder fragt man die Literatur, dann ist der Unterschied zwischen Angst, Angstzuständen bzw. -attacken auf der einen Seite und Panikattacken auf der anderen so wunderbar plausibel und klar abgegrenzt.

Wikipedia: Panikattacken
Wikipedia: Angst

Doch grau ist alle Theorie… und für Betroffene/Patienten ist es schwer die richtige Hilfe zu finden/zu bekommen.

Für mich persönlich ist der Unterschied keineswegs so klar, und die Grenze äußerst fließend. Auch Ärzte drücken sich da eher gemischt und schwammig aus.

Wenn die Angst in mir aufsteigt, und keine der wohl trainierten Techniken sie aufzuhalten vermag, jedes sachliche Argumentieren mit mir selbst fehlschlägt, keine rationale Entscheidung mehr möglich ist… so bin ich mir meiner Situation immer noch sehr bewusst, suche weiter nach dem richtigen Ausweg (den ich freilich nicht finden kann)!

Wenn ich der Angst/Panik weiter nachgebe so lande ich zwangsläufig in einer Notaufnahme, oder zumindest steht kurze Zeit später der RTW vor der Türe.

Je nach Lage der Symptome entscheiden die Sanis bzw. der Notarzt auf Panikattacke, oder bringen mich doch vorsichtshalber ins Krankenhaus, wo das gleiche Spiel von vorne beginnt: Diagnose Panikattacke, oder doch über Nacht dableiben um ganz sicher zu gehen. Das sind für beide Seiten frustrierende Momente.

Ich hasse es im Krankenhaus zu sein, umso mehr wenn es dann doch nichts hilft, und ich finde es zudem schlimm ein Bett zu belegen, das jemand anderes viel besser hätte brauchen können. Es ist ein bisschen wie eine Drehtüre …

Wie ich bereits in meinem letzten Post erwähnte habe ich als weitere Möglichkeit ein Notfallmedikament – ein Beruhigungsmittel – das mir, wenn ich es schaffe es einzunehmen und dann lange genug die Angst/Panik zu ertragen, hilft die oben genannte Drehtüre zu umgehen.

Leider habe ich das Gefühl das dies auch nur einen Aufschub bewirkt, irgendwann lande ich doch wieder dort wo mir dann doch wieder Niemand helfen kann.

Zurück zur Überschrift: Gehe ich nun nach den oben verlinkten Definitionen dann habe ich im Laufe meiner Krankengeschichte nur eine einzige Panikattacke gehabt, alles andere waren schlicht Angstzustände. Auch die oben geschilderte und von mir öfter erlebte Situation ist per Definition nie eine Panikattacke, wird aber gerne als solche bezeichnet.
Nun, was macht das für einen Unterschied? Glaube ich den Psychotherapeuten, dann einen wirklich großen! Panikattacken lassen sich angeblich nicht verhindern/aufhalten, Angstzustände schon.

Man mag mir nun vorwerfen Erbsen zu zählen… wenn aber selbst Mediziner sich mit den Begriffen schwer tun, dann geht schon bei der Suche nach geeigneten Hilfen, Selbsthilfen, Therapien usw. sehr viel Energie verloren. Betroffene werden unnötig belastet, ja teilweise überfordert noch bevor sie auch nur ansatzweise Hilfe bekommen/finden.

Auch geht wertvolle Zeit bei Arztterminen oder Therapiegesprächen verloren wenn der Arzt/Therapeut aufgrund dieser unklaren Verwendung der Begriffe immer erst klären muss was genau der Patient denn meint… obwohl dieser vllt. schon sehr genau weiss wovon er spricht. Nur: Spricht man einem (nicht psychologisch tätigen) Arzt gegenüber von Angst dann denkt der oft an so etwas wie “Besorgnis”, an etwas das den Patienten eventuell ab und zu ein wenig belastet, erst wenn man von “Panik” spricht begreift ein solcher Mediziner das die Sache “ein wenig” ernster ist.

Brannte mir gerade irgendwie auf der Seele…

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