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Gedanken

Fragiler Waffenstillstand

Vor kurzem habe ich über meine aktuellen Beschwerden berichtet, und wie aussichtslos mir die Situation teilweise erscheint.
Seit ein paar Tagen hat sich die Situation ein wenig geändert, und darüber möchte ich heute berichten.

Ich sollte vielleicht erwähnen das meine Beschwerden zu einem nicht unerheblichen Teil von meinem Verdauungstrakt ausgehen, vor guten 6 Monaten wurde deshalb auch eine Magenspiegelung durchgeführt. Die Diagnostizierte milde Gastritis und schwere Reflux-Erkrankung passten zwar nicht wirklich zu meinem Beschwerdebild, aber was blieb mir anderes übrig als dies hinzunehmen? Aus den daraus resultierenden diversen Ernährungstips und meinen persönlichen Erfahrungen damit ergab es sich, dass ich – in der Hoffnung auf lange Sicht die Beschwerden abzumildern – vor einigen Monaten begonnen habe nur noch das allernötigste zu essen. Das hatte bedingt funktioniert… zumindest solange ich PPIs (zB Omeprazol) schluckte und möglichst wenig feste Nahrung zu mir nahm konnte ich den Tag einigermassen herumbringen – nicht Beschwerdefrei aber erträglich. Nach einem Versuch die PPIs abzusetzen (der zu unerträglichen Magenschmerzen führte) und der Wiederaufnahme der PPI-Einnahme war die Situation aber leider schlechter zu ertragen als zuvor.

Nachdem ich nun also beschlossen habe, die Taktik zu ändern, und ohne Rücksicht auf Verluste wieder sehr regelmäßig zu essen, sind die andauernden Schmerzen einer anderen Symptomatik gewichen. Nun treten nur sporadisch Schmerzen oder andere Symptome auf, jedoch mit der Folge, daß diese unter Umständen sehr viel mehr Angst machen können. Der Unterschied ist schlichtweg, dass die dauerhaften Schmerzen und Beschwerden etwas sind an das man sich ein wenig gewöhnen kann, die Angst sogar mit entsprechenden Techniken stoppen kann, während diese sich ständig verändernde Symptomatik immer wieder neue Anstrengung erfordert, um jede einzelne Situation zu ertragen.

Wenig überraschend für fachkundige Aussenstehende dürfte sein: Das kenne ich eigentlich bereits! Bevor vor 6 Monaten der ganze Mist um meine Verdauung so richtig los ging, war ich schon einmal an diesem Punkt. Es treten den ganzen Tag über die verschiedensten Beschwerden auf, die mir produktives Arbeiten zwar gänzlich unmöglich machen, aber mir zumindest ausreichend Raum lassen ein einigermassen geordnetes “Leben” zu fristen.

Um zurück zur Überschrift zu kommen… zur Zeit empfinde ich die Situation tatsächlich als einen “fragilen Waffenstillstand”. Wenn ich ausreichend und regelmässig esse treten zumindest keine permanenten Schmerzen auf. Wenn ich es zudem schaffe meinen Verdauungstrakt nicht zu überlasten, halten sich auch die übrigen Beschwerden insoweit in Grenzen, als das ich den Tag einigermassen aktiv (zB mit Wanderungen, Spaziergängen, Ergometertraining oder auch kleineren Büroarbeiten) verbringen kann.

Weiche ich aber auch nur geringfügig davon ab – zB weil sich auf einer Wanderung keine rechte Gelegenheit für ein Mittagessen ergibt, oder aber weil das Frühstück doch etwas zu Opulent ausgefallen ist – kann ich den Tag vergessen. In dem einen Fall kann ich mich vor Schmerzen kaum retten, in dem Anderen halten mich Angst- und Panikzustände den ganzen Tag auf Trab.
Zumindest für letzteres habe ich ein – schon fast vergessenes – Notfallmedikament parat, welches mir heute den Tag gerettet hat. Es ist aber eben auch nur das – ein Notfallmedikament – keine Lösung.

Nächste Woche beginnt ein neuer Diagnosemarathon, vielleicht ergibt sich ja doch mal etwas woran man arbeiten kann.

Schön ist aber dennoch anders…

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