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Torwanderung

In der Ramsau war das Wetter am Morgen zwar alles andere als berauschend, aber es sollte über den Tag aufklaren und 1000m weiter oben wären wir ohnehin schön über den Wolken – also machten wir uns heute zur “Torwanderung” auf dem Pernerweg bereit.

Zäher Bodennebel vormittags an unserem Quartier.
Zäher Bodennebel vormittags an unserem Quartier.
Da sag noch mal eine(r) Schaafe wären blöd...
Da sag noch mal eine(r) Schaafe wären blöd…

Da wir einerseits den Weg von der Türlwandhütte hinüber zur Bachlalm schon aus dem Vorjahr kannten und andererseits in den letzten Tagen gemerkt haben das unsere Kondition nicht zum Besten gestellt ist, entschieden wir uns für eine verkürzte Variante ohne diesen Abschnitt.

Blick zurück ins Tal
Ab 1490m aufwärts ist das Wetter heute sehr angenehm – “Unten” wohl immernoch nicht 😀

So ging es dann ab dem Almboden (auf ca. 1450m) der Bachlalm, den wir mit dem Wandertaxi erreichten, erst gemächlich ansteigend  zum Schnittlauchboden.

Hier zeigte sich dann auch schon das Wetter von seiner besten Seite – den Bodennebel im Tal konnten wir nun von oben betrachten. Ich hätt’ ja jetzt gegen einen Liegestuhl und nen kühlen Cocktail auch nichts einzuwenden…

Schnittlauchboden
Der erste Teil unserer Tour… wir wollen rechts zwischen dem “kleinen” Raucheck vorne und dem dahinter liegenden Torstein durch.

Weiter ging es dann durch das Rauchkar steil hinauf zum Tor (2029m).

 Da gehts rauf...
Da gehts rauf…
Rauchkar
Das “Tor” ist schon zu erahnen.

Das Tor ist ein natürlicher Einschnitt zwischen dem 2948m hohen Torstein und dem 2189m hohen Raucheck, der früher auch als Schmugglerpfad genutzt wurde.

Panorama am Tor
180° Panorama am “Tor” auf knapp 2030m, von rechts kamen wir herauf, nach links geht es gleich weiter!

Heute findet man hier auch eine Gedenktafel für den Segelflieger Peter Auer, der 1997 am Torstein verunglückte – mit einem Bemerkenswerten Spruch darauf:

Gedenktafel
Ich lebe mein Leben in steigenden Ringen, dich sich über die Dinge ziehen, der letzte wird mir vielleicht nicht gelingen, aber versuchen will ich ihn.

Das Wetter war wie erwartet bereits auf dem Schnittlauchboden herrlich sonnig geworden und würde am Tor nicht ein unglaublicher Zug herrschen wären wir hier gerne länger für eine Rast geblieben.

Und wieder runter...
Und wieder runter…
...ist gar nicht steil hier!
…ist gar nicht steil hier!

Schnee

So ging es dann doch recht rasch an den noch steileren Abstieg auf ca. 1700m in das uns namentlich nicht bekannte Kar zwischen den Imposanten Felshängen des Dachsteins und dem Marstein. Eine herrlich wilde Landschaft in der man zeitweise nur durch die zahlreichen Markierungen erkennt wo eigentlich der Weg lang läuft.

Blick zur Südwandhütte
Drüben auf dem Kamm lässt sich unser nächstes Ziel – die Dachsteinsüdwandhütte – erahnen.

Dieser Abschnitt der Wanderung hat zusätzlich den etwas unangenehmen Nervenkitzel zwischen Tor und Dachsteinsüdwandhütte “gefangen” zu sein. Egal wohin man möchte, man muss erst wieder gute 200-300 Höhenmeter bewältigen um hier wieder weg zu kommen!

Rückblick zum Tor
Von da hinten sind wir her gekommen 🙂
Letzter Anstieg zur Südwandhütte
Fast da… puh… von über 2000 runter auf 1700 und dann wieder rauf auf 1900… nett!

Nach dem zwar nun kürzeren und gut ausgetretenen, doch steilen Aufstieg zur Dachsteinsüdwandhütte war endlich Zeit für eine ausgiebige Rast. Hier gabs für uns sehr leckere, heisse Suppe und erfrischende Getränke.

Nötig wurde auch eine Begutachtung unserer Haut mit alarmierendem Ergebnis 🙁
Leider hatten wir wohl die Kraft der Sonne unterschätzt, und waren bei dem hier oben nahezu wolkenlosen Himmel mächtig verbrannt worden.

Tschüss Südwandhütte... leckere Suppe, kühle Getränke... auf zur Türlwand.
Tschüss Südwandhütte… leckere Suppe, kühle Getränke… auf zur Türlwand.

Von der Dachsteinsüdwandhütte aus erfolgte noch der schnelle Abstieg auf der gut ausgebauten “Touristenautobahn” zur Türlwandhütte.

Touristenautobahn
Touristenautobahn
Bus verpasst :-(
Tor und Dachsteinmassiv noch einmal von unserem Ziel aus gesehen.

Der letzte Bus des Tages fuhr uns leider vor der Nase weg – guter Rat ist aber nur einen Telfonanruf weg, denn unser Taxifahrer vom Vormittag brachte uns dann doch noch sicher zurück zur Unterkunft brachte.

Alles in allem ist die Torwanderung eine äusserst lohnenswerte Tour, die wir beim nächsten Mal aber mit mehr Sonnencreme angehen werden 😀

Und vielleicht lege ich mir für solche Wege doch irgendwann einmal ein paar Teckingstöcke zu…

Wetter am späten Nachmittag

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