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Non habemus papam.

Soso, der Herr Ratzinger hat seinen Rücktritt vom Amt des Papstes erklärt – aus gesundheitlichen Gründen wie er sagt.

Er hat mit seiner Amtseinführung eine Welle positiver Ereignisse und Gefühle im Kreis der katholischen Kirche und darüber hinaus ausgelöst. Nicht zu verschweigen ist aber auch, dass er Befürchtungen hervorgerufen und auch erfüllt hat, die katholische Kirche in ihrem Wirken dem Mittelalter wieder näher zu bringen. Sei es im Umgang mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen, in der Frage der Verhütung und des Schutzes vor Geschlechtskrankheiten oder auch im Umgang mit Vergewaltigungsopfern haben er und seine unmittelbaren “Gefolgsleute” viele Annäherungen der katholischen Kirche an einen – in meinen Augen – menschlicheren Umgang miteinander wieder zunichte gemacht. Mindestens genauso schlimm ist in meinen Augen sein freundlicher, versöhnlicher, wenn nicht gar beschützender Umgang mit diversen subversiven Elementen der katholischen Glaubensgemeinschaft zu werten.

Jetzt kündigt er also seinen Rücktritt an. Nun, zunächst gebührt ihm dafür mein Respekt, ich zweifle allerdings an seinen Beweggründen.

Ist es nicht vorstellbar, dass er und/oder andere Mitglieder der Führungsetage des Unternehmens “katholische Kirche” erkannt haben das es so nicht weiter gehen kann? Das der “habemus papam” Bonus längst aufgebraucht ist und der freie Fall in die Bedeutungslosigkeit sich seither eher beschleuningt denn verlangsamt hat? Ich glaube es handelt sich – zumindest auch – um ein taktisches Manöver. Eine erneute Papstwahl und die damit einhergehende Chance auf Erneuereung und Verjüngung des Amtes wird der katholischen Kirche unglaublich viel Werbung bescheren, es wird Diskussionen, Spekulationen und Dispute in allen Medien geben! Auch die Wahl des Termins scheint nicht unbedacht, denn aller Voraussicht nach wird die Amtseinführung des nächsten Papstes zu Ostern stattfinden können – die Zeit der Auferstehung / der Wiedergeburt!

Es war unüberseh- und unüberhörbar, dass Herr Ratzinger körperlich immer weiter abgebaut hat, aber wann hat das zuletzt einen Papst dazu bewogen sein Amt aufzugeben? Wir werden vemutlich niemals erfahren ob es nur die gesundheitlichen Probleme waren die ihn dazu bewogen, denn offiziell wird es niemals einen andern Grund geben können.

Ich hoffe jedoch es steckt mehr dahinter, und vor allem: es möge sich positiv auf die katholische Kirche und ihre Haltung zur gesellschaftlichen Realität auswirken. Die Welt braucht Religionen, auch die kotholische Ausrichtung des Christentums, aber Religionen die sich gegen den Menschen als freies Wesen stellen haben keine Zukunft.

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